Goodbye, Transrapid
Wirklich gut gesonnen war die deutsche Politik dem Transrapid ja nie, kein Wunder, gondelte zu Zeiten des Entwicklungsabschlusses doch eine Staatsbahn im Lande herum, die natürlich anderes zu tun hatte als das überkommene Rad-Schiene-System zu überdenken, den status quo zu bewahren und Lieblingsspielzeuge zu hätscheln zum Beispiel.
Über die Jahre haben sich die Parteien dann derart verheddert, daß an ein Referenzprojekt hierzulande kaum noch zu denken war: Die Diskussion um die unsinnige Hamburg-Berlin-Trasse hätte man sich gleich sparen können, und in der vagen Hoffnung, überhaupt noch ein System verkaufen zu können, hat man es dann im Shanghai-Projekt den Chinesen fast hinterhergeworfen, wohl wissend, daß die Chinesen Hochtechnologie eigentlich nur kaufen, um das dahinterstehende Know-How abzuziehen, was ihnen dann im Fall Transrapid auch recht gut gelungen ist - aber fast jegliche Industrie, die Autobauer inclusive, lässt sich derzeit auf solche Deals ein, jede mit ihren Gründen.
Daß das Projekt Transrapid nun aber als Bauernopfer im nordrhein-westfälischen Streit der SPD mit ihrem oft nicht nur latent technik-, verkehrs- und fortschrittsfeindlichen kleinen Koalitionspartner herhalten musste, ist wirklich kein schönes Ende - aber es war ein absehbares. Schade. Goodbye, Transrapid, willkommen in der Realität.
Entry first published 2009-05-18 00:59, last edited 2009-05-18 00:59
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