Vom Exil
"Manch einer ist sein ganzes Leben lang auf der Suche nach Vertrautheit, und manch einer ist sein ganzes Leben lang auf der Flucht davor. Es kommt vor, dass einer immer über den gleichen Ort schreibt, obwohl er sich seit Jahrzehnten anderswo aufhält. Der Schriftsteller bleibt seiner Umgebung gegenüber ohnehin fremder als andere Menschen. Es ist eine vertraute Fremdheit, eine geteilte Beziehung zu allem, was er bekommen und geerbt, was ihm das Schicksal auferlegt hat. Vermutlich hat er seine Spielkameraden schon in der Kindheit ironisch distanziert betrachtet. Das Verhältnis zu seiner Geburtsstadt ist ziemlich paradox. Er träumt von ihr, auch wenn er in der Ferne weilt. Aus seiner Besinnung verbannt er sie, und plötzlich findet er sich dort im Haus seiner Kindheit wieder. Das Bewusstsein ist ein großer Spaßmacher."
Entry first published 2009-05-18 00:59, last edited 2009-05-19 03:26
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