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>2006>May>04
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3D-Modelle historischer industrieller Anlagen: der Anfang ist gemacht


Click = Google Earth-Modell
Screenshot: Achim Trommen
 

3D-Volumenmodelle historischer industrieller Anlagen sind zur Dokumentation eine feine Sache, und jetzt, wo es mit Google Earth einen passenden de facto-Standardbrowser mit hinreichend breiter Installationsbasis gibt, war es nur eine Frage der Zeit, bis im 3D Warehouse erste entsprechende Modelle auftauchen: Achim Trommen, der die empfehlenswerte Site foerdergerueste.de (Fördergerüste im Ruhrbergbau 1850 - 1960) betreibt, hat mit einem Teilmodell "seines" Pütts, dem großteils abgerissenen Bergwerk Niederberg in Neukirchen-Vluyn, den Anfang gemacht (noch eher gab es ein Modell des Bochumer Bergbaumuseums, aber das ist eher eine grobe Anlehnung).

Erstes Hochofenmodell oder LD-Konvertermodell, anyone? Wer Lust hat: die Abmessungen von Hochofen 7 der Westfalenhütte, des Phoenix-Oxygenstahlwerks und einiger anderer Anlagen liegen ziemlich komplett vor.

Außerhalb des Google-Gardens gibt es natürlich eine Reihe ähnlicher Projekte, die jedoch oft nicht im Netz vertreten oder nicht direkt für die Öffentlichkeit bestimmt sind, so zum Beispiel:

  • Eine Gruppe um einen Vermessungsingenieur vermisst in privater Initiative die umfangreichen untertägigen Anlagen eines stillgelegten integrierten Hüttenwerkes und setzt die Messwerte in ein Datenmodell um, das u.a. bei der Flächensanierung zum Einsatz kommt
  • Aus zumeist aus Bau- und Katasterplänen abgeleitenten Daten und Fotos aller Gebäudeflächen wurde ein 3D-Modell der Tagesanlagen der Dorstener Hoesch-Zeche Fürst Leopold (Foto, Foto, Foto, Foto) erzeugt, das als Besonderheit auch bauliche Veränderungen auf einer Zeitachse erfasst. So dient es nicht nur der Dokumentation der Anlagenteile, die demnächst abgerissen werden werden, sondern kommt auch bei der Vermarktung der Gebäude, die für eine Folgenutzung erhalten bleiben sollen, zum Einsatz: Jetzt- und Dannzustand in einem Modell.
  • Vor Abriss des Stahlwerks der Henrichshütte wurde die gesamte Anlage nicht nur von innen und außen professionell auf Großformat abgelichtet, sondern auch von innen komplett laservermessen. Das abgeleitete Datenmodell ermöglicht wissenschaftliche Arbeit an und virtuelle Besichtigungen in der wider aller Vernunft abgerissenen Anlage, die aus industriedenkmaltechnischer Sicht absolut einmalige Möglichkeiten bot.

(Der letzte Beispiel hat freilich eine Kehrseite: in NRW scheint es sich einzubürgern, den Denkmalschutz von Industriedenkmälern weitgehend komplikationsfrei und binnen kürzester Zeit aufzuheben und Abrissvorhaben zu genehmigen, wenn der Eigner des Objektes verspricht, eine Dokumentation des Ist-Zustandes zu erstellen und diese früher oder eher später auszugsweise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aktuelles Beispiel: die historischen Kesselhäuser des Cuno-Kraftwerks in Herdecke.)

Entry first published 2009-05-18 01:00, last edited 2009-05-18 01:00
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