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"Informationstechnologie ist in Bayern Chefsache. Doch wichtige Projekte, mit denen der Freistaat die Branche fördern will, erweisen sich als Flop.
'Wenn Herr Stoiber sich als Freund des Mittelstandes feiert, kann ich nur bitter lachen', sagt Felder, 'alles macht er mit SAP und Siemens - die Kleinen gehen leer aus.' Felder betreibt eine Unternehmensberatung für E-Commerce in München. Weil er Racheaktionen der Staatsregierung fürchtet, will er seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen.
Andere wichtige Player in der quirligen Münchner E-Business-Szene bestätigen Felders Vorwürfe. Und der Staatskanzlei ist die Sache so unangenehm, dass es ihr die Sprache verschlagen hat. Ein Gespräch mit Hans-Joachim Heusler, der auf diesem Feld für Stoiber die Fäden zieht, ist nicht möglich. Stattdessen soll Staatsminister Huber zu den Klagen der Mittelständler Stellung nehmen - schließlich sei 'die Sache ein Politikum'. Huber meldet sich zum verabredeten Interview nicht. In den folgenden zwei Wochen sind seine Pressesprecher nicht einmal mehr ans Telefon zu bekommen.
Kungelei, Mittelstandsfeindlichkeit und Gigantismus werfen Münchner E-Commerce-Unternehmer der Staatsregierung vor. 'Die haben etliche Flops zu verantworten', sagt Dominik von Huebner, der als Rechtsanwalt Unternehmen aus der Informationstechnologie-Branche (IT-Branche) vertritt und selbst die Nutzung des Internets fördert."
Warum sich in Bayern ein einziges Unternehmen fast alle staatlichen Aufträge an Land ziehen kann, wie Mittelständler systematisch abgeblitzt lassen werden, warum die Großprojekte Baynet und VCB floppten, Siemens und SAP aber trotzdem dran kleben und wie die Firma Fast Spieler und Schiedsrichter der bayerischen "Software-Offensive" zugleich sein kann, berichtet die Financial Times Deutschland.
Epilog: "Die Anmaßung der Staatsregierung illustriert ein anderer Geschäftsmann mit einer Anekdote. Als er Stoibers Planer Heusler in dessen Büro besuchte, markierte der auf einer Bayern-Karte mit Fähnchen, welche Branche wo konzentriert werden soll: Callcenter in Nordbayern, Software in München. Als der Unternehmer von Heusler wissen wollte, ob die betroffenen Firmen auch gefragt würden, stieß er auf Unverständnis."
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