Home → Archives → by date → October 2004 → October 19 →
Bochum, heute Mittag, Platz vor dem Schauspielhaus, Kundgebung der IG Metall. Ein Stimmungsbericht.
Es ist voll, aber nicht sehr voll. Der Platz mit angrenzender Kreuzung könnte locker doppelt so viele Leute fassen, aber die größte politische Kundgebung der letzten Jahrzehnte wird es auch so sein. Es ist ziemlich ruhig. Blanke Wut sieht anders aus. Stattdessen geduldiges Zuhören, sachliche Diskussionen zwischen den Teilnehmern überall, keine Zwischenrufe. Aber tosender Beifall als der Vertreter der spanischen Metallgewerkschaft aus Bochums Partnerstadt Oviedo spricht: solidaridad en la lucha de nuestros companeros y companeras. Er könne es noch gar nicht fassen, daß hier auch Klerikale sprächen und gehört würden - in Spanien sei die Stimme der Kirche halt nach wie vor Stimme der Obrigkeit.
Buhrufe, als einer eben dieser kirchlichen Vertreter dazu aufruft, die Arbeit wieder aufzunehmen. Wütendes Geschrei immer und nur dann, wenn die Namen der ehemaligen Vorstandschefs und Chefentwickler fallen, die die Kiste seinerzeit in den Dreck gefahren haben. Jeder hier möchte gerne Autos bauen, gute Autos, die man gerne kauft, und einfach nicht mehr unter unsäglichem Management leiden müssen. Sagen auch die Sprecher von Volkswagen und Ford und die Porsche- und Mercedes-Delegationen. BMW sagt nichts, als einziger deutscher Autobauer, bloß die BMW Motorradwerke schickten eine Solidaritätserklärung.
Parteien und Gewerkschaften halten sich auffällig bedeckt: eine SPD-Fahne hier, ein CDU-Banner dort, keine Grünen weit und breit, dafür reichlich DKP, Marxisten und noch weltfremder. Nur ein kleiner Stand der IG Bergbau und Chemie, keine IG Metall, kein ver.di. Was haben sie auch anzubieten derzeit. Es wehen mehr selbstgemalte Plakate und Transparente, mein Papa braucht Arbeit, nehmt unseren Männern nicht die Arbeit, ThyssenKrupp zeigt sich solidarisch, Bochumer Eisenhütte zeigt sich solidarisch, die Bochumer Kindergärten zeigen sich solidarisch, als die der Parteien und Verbände.
Man spürt, daß die Wirtschaft der Stadt vor ihrem zweiten Genickbruch nach dem Zweiten Weltkrieg steht und daß alle verlieren werden, die Firma auch, und daß man kaum etwas dagegen tun kann. "Damit ist die Veranstaltung beendet. Wir marschieren nun zurück zu Tor 4 Werk I, dort stehen dann Busse bereit. Bitte geht geschlossen und ordentlich."
Guido Albers on Common Questions (I)
at 2006-09-18 19:40
Guido Albers on Common Questions (I)
at 2006-09-18 19:39
Sean Roach on World Champion
at 2006-09-18 18:52
Frank Kanzler on RSS Feed Reader / News Aggregators Directory
at 2006-09-18 15:11
Walter Rafelsberger on Mapping and Visualization Resources
at 2006-09-18 03:54
Pieter on Hunters, after all, aren't cooks
at 2006-09-14 19:26
Haiko Hebig on Pentax K10D announced (Updated)
at 2006-09-13 22:25
Pieter on Pentax K10D announced (Updated)
at 2006-09-13 20:04
Donald L Pevsner on Concorde Retirement Update
at 2006-09-06 21:01
John Best on RSS Feed Reader / News Aggregators Directory
at 2006-08-19 17:49
Titov Denis on RSS Feed Reader / News Aggregators Directory
at 2006-08-17 11:20
Haiko Hebig on WASP - Wild Child
at 2006-08-07 10:14
Guido Albers on WASP - Wild Child
at 2006-08-06 09:43
Frank Wenger on RSS Feed Reader / News Aggregators Directory
at 2006-08-04 14:22
Hemaworstje on Spare Part
at 2006-08-01 03:55
T.Reader on RSS Feed Reader / News Aggregators Directory
at 2006-07-29 09:27
ניו יורק on General Blumenthal Coal
at 2006-07-28 22:50
Moritz on "Zwar haben einige Genossen die Dinge zu einseitig gesehen, aber ..."
at 2006-07-14 12:12
Pieterjan Lansbergen on Nothing better than a Hill Climb in the Morning
at 2006-07-13 20:33
at on Es muss schließlich alles seine Ordnung haben
at 2006-07-12 11:33