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Aus der losen Reihe "Spiel und Spaß mit Online-Buchungen" heute: Wir kaufen uns eine Kinokarte. Ich sitze hier in der Universitäts-Bibliothek und wir haben uns überlegt, nachher ins Kino zu gehen. 23 Uhr, Bourne II, Cinestar in der Innenstadt. Ich halte vom Cinestar zwar ziemlich wenig, aber man hat die wenigste Fahrerei, also heute mal dorthin. Cinestar.de - Dortmund - Reservierung/Kauf - und dann?
"Bei uns können Sie neben der bekannten Reservierung, auch Kinotickets online kaufen! Sie wählen Ihre gewünschten Plätze und drucken die Kinotickets zuhause aus. Sie bezahlen per Lastschrift oder Kreditkarte (für beides fällt eine VVK-Gebühr von 10% an). Das ausgedruckte Ticket enthält einen Barcode, der im Kino am Einlass abgelesen wird. Der Vorteil für Sie: Kein Anstehen an der Kinokasse!"
Bitte? Das Ticket selbst ausdrucken und mitbringen? Das ist so wie anderswo "Drucken Sie dieses PDF-Dokument aus und schicken Sie es ausgefüllt per Post zurück". 10% Aufpreis um nicht an den völlig missglückt ausgelegten Kasseninseln anstehen zu müssen wäre für sich alleine gesehen eine durchaus interessante Option. Aber "Klicken Sie sich durch, drucken Sie auf eigene Kosten etwas aus, schleppen es mit und zahlen für den ganzen Spaß auch noch mehr" erschließt sich mir nicht unbedingt. Wenn ich hier jetzt etwas ausdrucken möchte, müsste ich durchs halbe Gebäude laufen, vorher mein Notebook in Sicherheit bringen und vermutlich auch noch Papier besorgen.
Aber trotzdem mal schauen, wie der Online-Kauf weitergehen würde:
"Um die Dienste dieser Webseite zu nutzen müssen Sie einige Informationen für ein Gastlogin angeben."
Aha. Sie kommen hier nicht rein. Zumindest nicht so einfach. Wozu brauche ich ein Gastlogin? Warum wird mir erstmal eine Hürde vor die Beine gestellt? Warum sollte mich interessieren was wann wofür ich welches Login brauche? Wozu überhaupt ein Login? Ich möchte hier etwas kaufen, nicht wie ein Bittsteller behandelt werden. Wenn ich das will, brauche ich nur zu Karstadt zu gehen.
Irgendwas eingeben, weiter. "Anzahl der Karten: 2" ist bereits voreingestellt. Wenigstens etwas. Das ganze funktioniert dermaßen langsam, daß ich diesen Text hier ganz bequem nebenher schreiben kann. Wollte ich für eben diesen Text hier nicht wissen wie es weitergeht, hätte ich die Buchung längst abgebrochen. Platzwahl. Dauert auch ewig. Dann Wahl der Zahlungsart. Hier wird es interessant:
"Sie haben noch 03:33 Minuten Zeit, um Ihre Transaktion abzuschließen"
steht in gesperrten, knallgelben Kapitälchen nun über jeden weiteren Seite, und die Uhr zählt im Sekundentakt herunter. Toll. Ein Werd-fertig-Timer. Welch' grandiose Idee. Jetzt haben wir den Kunden fast so weit, daß er uns Geld gibt, jetzt setzen wir ihn mal kräftig unter Druck. Komm schon, klick auf kaufen, du willst es doch auch. Nein. Genug. Fenster schließen. Was interessiert mich, wie lange meine Session noch läuft. Was interessiert mich überhaupt eine Firma mit so einladenden Vertriebsmethoden.
Szenenwechsel. UCI Kinowelt. Hier geht alles viel einfacher:
Über eine recht gelungene dynamische Flash-Oberfläche buchen, hinfahren, "einfach die genutzte EC- oder Kreditkarte am Automaten durchziehen und die gewünschten Tickets entnehmen", fertig. "Die Ticketautomaten befinden sich im Eingangsbereich, jeweils links und rechts von der Kasse."
Geht doch.
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