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Essen und das Ruhrgebiet sind also Kulturhauptstadt Europas 2010. Das trifft sich, da so nach Auslaufen des gigantischen Emscherpark-Förderprogramms und der Einschränkung der industriekulturellen Landeshilfen wieder frisches Geld für den Strukturwandel in die Region fließt. Eine der Attraktionen der Kulturhauptregion ist sicherlich der Landschaftspark Nord in Duisburg-Meiderich. Mit viel Mühe und mindestens ebensoviel Geld wurde hier ein komplettes Hochofenwerk in einen Park für Kultur- und Freizeitaktivitäten umgewandelt und dabei das Hüttenflair zu einem guten Teil erhalten. Das ist vermutlich weltweit einmalig, sehenswert und ermöglicht - wenn auch nur eingeschränkt und in einer für heutige Verhältnisse winzigen und natürlich auch kalten Anlage - dem breiten Publikum Einblick in diese Sparte der regionalen Schwerindustrie.
Die Medien werden ausführlich berichten, und der beliebte Satz "das alte Stahlwerk in Duisburg-Meiderich" wird wieder oft zu lesen sein - und jedes Mal gibt's Augenschmerzen. Das als AG für Hüttenbetrieb 1903 in Betrieb gegangene Werk Hochofen Hüttenbetrieb war als "Hütte auf der Kohle" gegründet worden und erweitere durch bis zu fünf Hochöfen die Roheisenbasis der umliegenden Stahlwerke und Gießereien mit Hämatit, Gießereiroheisen, Stahlroheisen und Ferromangan - und daran hatte sich bis zur Schließung 1985 nicht viel geändert gehabt. Sprich: kein Stahl. Hochofenwerk, kein Stahlwerk. Aber fast keine Ausstellung, kein Katalog, kein Bericht, wo nicht doch jemand Stahlwerk schreibt. Der Laden hatte mal mit Rheinstahl und mit Thyssen zu tun, also wird Stahl schon stimmen, nicht? So genau braucht man das ja auch nicht zu wissen. Die Krone aufgesetzt hat dem Ganzen die gedruckte Version des Spiegels: hier was das nächtliche beleuchtete Hochofenwerk kürzlich im randlosen Druck über eine Doppelseite hingweg zu sehen. Unten drunter stand: Zeche.
Die Bahn hatte es übrigens mal umgedreht: auf der Website einer DB-organisierten Bahnreise an die Ruhr fand sich ein Foto eines Fördergerüsts (Zollverein 12) - und da stand dann Hochofenwerk drunter. Leider nicht mehr online.
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at 2006-07-12 11:33
Man muß das dem Spiegel verzeihen. Die Verwechslung Hochofenwerk-Zeche beim LaPaDu hörte ich zum ersten mal vor 2, 3 Jahren auf eins live (ex-WDR-1 für nicht-NRWler).
Und mal ehrlich: mit den Schrägaufzügen sieht so ein Hochofen doch fast aus wie ein Fördergerüst, oder? ;)
Jedenfalls lernen wir daraus, daß sich nicht nur Bild-Flaschmeldungen in seriöse Medien weiterverbreiten können... :)
— Kai S, 2006-04-11 17:28